• Am Freitag, den 18.01.2013, war mein zweiter Tag in Sachsen. Da ich noch einiges in Dresden fotografieren wollte, beschloss ich natürlich, am zweiten Tag nochmals hinzufahren. Schon morgens nach dem Frühstück startete ich wieder mit der S-Bahn Richtung Dresden - allerdings mit kleiner Planänderung: ich wollte zuerst weiterfahren zum Schloss Moritzburg und auf dem Rückweg den zweiten Teil Dresden anschließen.

    Schloss Moritzburg - "3 Haselnüsse für Aschenbrödel"

    Wenn alljährlich zur Weihnachtszeit die beliebten Filmklassiker laufen, darf ein Film nicht fehlen: "3 Haselnüsse für Aschenbrödel", die deutsch-tschechische Filmproduktion mit einer abgewandelten Form des Grimm'schen Märchens "Aschenbrödel". Am meisten zu seiner Popularität trug vor allem die weltberühmte Filmmusik von Karel Svoboda bei.

    Die bekannteste Filmkulisse ist jedoch das Schloss Moritzburg. Hier fand der königliche Ball statt, zu dem Aschenbrödel wegen ihrer bösen Stiefmutter und wegen der beiden furchtbaren Stiefschwestern nicht hingehen durfte. Hier verlor sie dann auch ihren goldenen Schuh auf der Treppe.

    Das Schloss Moritzburg ist so charakteristisch durch seine vier Türme, die es umgeben. In der Winterzeit läuft gerade eine Ausstellung zur berühmtesten Aschenbrödel-Verfilmung der Welt, da musste ich natürlich hin.Ich wollte auch die Ausstellung sehen und nicht nur das Schloss von außen fotografieren, obwohl das alleine schon einen sehr reizvollen Anblick bietet:

    Dresden, 2. Tag und Schloss Moritzburg

     

    Dresden, 2. Tag und Schloss Moritzburg

     

    In der Ausstellung waren nachgestellte Filmszenen zu sehen. Die ganzen Kulissen waren authentisch, die "Darsteller" waren Wachsfiguren.

    Dresden, 2. Tag und Schloss Moritzburg     Dresden, 2. Tag und Schloss Moritzburg     Dresden, 2. Tag und Schloss Moritzburg

    Daneben gab es natürlich auch viele tolle Gewänder zu sehen, die im Film zum Einsatz kamen:

    Dresden, 2. Tag und Schloss Moritzburg     Dresden, 2. Tag und Schloss Moritzburg     Dresden, 2. Tag und Schloss Moritzburg

    Ich schloss den Schlossbesuch mit einer Tasse Kaffee und einem leckeren Stück Kuchen im Café ab. Betraten wir Besucher das Schloss von vorne, also von der Seite, die man von der prachtvollen Auffahrt aus sieht, verließen wir es wiederum auf der Rückseite.  Beim Hinausgehen allerdings erwartete mich ein weiteres Highlight: die Brücke, auf der Aschenbrödel seinen goldenen Schuh verlor. Ich sah die Szene sofort vor meinem geistigen Auge.

    Dresden, 2. Tag und Schloss Moritzburg

    Allerdings ist man auf Schloss Moritzburg sehr pragmatisch, was die Aschenbrödel-Treppe anbelangt: die echte Filmtreppe ist nämlich gerade gesperrt wegen Bauarbeiten. Deshalb fallen in Sachsen wichtige Sehenswürdigkeiten jedoch keinesfalls aus. Man findet kurzerhand pragmatische Lösungen, wie nachfolgender Handy-Schnappschuss zeigt:

    Dresden, 2. Tag und Schloss Moritzburg

    Und so verabschiedete ich mich vom schönen Schloss Moritzburg und machte mich auf den Weg mit dem Bus zurück nach Dresden.

    Dresden - Yenidze: Essen unter der Kuppel

    Der Bus endete in Dresden-Neustadt. Von dort aus nahm ich wieder die S-Bahn Richtung Hauptbahnhof. Eine innere Stimme überredete mich dazu, nicht am Hauptbahnhof auszusteigen und den ganzen Weg wieder zu Fuß in die Altstadt zu laufen, sondern die S-Bahn bereits an der Station Dresden-Mitte zu verlassen.

    Auf meinem Besichtigungsproramm standen noch die Yenidze,das Blaue Wunder und das Waldschlösschen nebst berühmter gleichnamiger Brücke und schlussendlich vielleicht noch ein Spaziergang durch Blasewitz, das schicke Villenviertel. Ich stieg also aus mir unerklärlichen Gründen an Dresden-Mitte aus und versuchte, mich visuell zu orientieren. Ich sah, dass es Luftlinie quer rüber Richtung Altstadt ging und dass der Weg wohl kürzer als vom Hauptbahnhof aus sein musste. Ich dankte meiner Intuition, die mich mal wieder so gut geleitet hatte. Allerdings stand ich noch an der Eisenbahnbrücke und sah nicht, was mich gleich um die nächste Ecke erwarten würde.

    Ich bog also um die Ecke und sah sie in voller Pracht vor mir stehen: die Yenidze.

    Dresden, 2. Tag und Schloss Moritzburg

    Das war natürlich ein toller Zufall. Wirklich Zufall? Manchmal ist die Intuition eine erstaunliche Macht, die in uns wirkt, ohne dass wir erklären können, was da genau wirkt. Es funktioniert treffsicher, ohne dass wir dahinter kommen, was da abläuft in unserem Inneren. Zielsicher hatte mich meine Intuition zur richtigen Station geführt. Hier wollte ich ja tatsächlich hin. Vom Hauptbahnhof aus wäre ich über einen weiteren Fußweg zuerst in der historischen Altstadt mit Zwinger und Semperoper, ein Stück weiter an der Frauenkirche gelandet - aber noch nicht an der Yenidze. Ich wollte wieder in den Sightseeing-Bus steigen und mich dorthin bringen lassen. Das war mein Plan. Nun stand ich bereits genau dort, wo ich wirklich hin wollte, ohne vorher zu wissen, wo ich  sinnvollerweise hätte aussteigen müssen. Ich wurde ans Ziel geführt - durch meine Intuition.

    Das habe ich sehr oft. Meine Intuition leitet mich immer richtig. Ich kann sie aber nicht erzwingen. Wenn ich "intuitiv" irgendwo ankommen will, dann klappt es nicht. Dann ist es mein Verstand, der vorgeschaltet wird. Und der Verstand ist der Gegenspieler der Intuition. So hatte ich allerdings nicht bewusst darüber nachgedacht, warum ich an der Station Dresden-Mitte aussteigen will. Ich tat es einfach. An die Yenidze hatte ich in diesem Moment am wenigsten gedacht - und plötzlich stand ich vor ihr. Mich begeistert die Macht der Intuition immer wieder.

    Ich entdeckte, dass die Yenidze, die ja eine ehemalige Tabakfabrik war, unter ihrer Kuppel ein Restaurant besitzt. Wie praktisch. Ich wollte sowieso etwas essen. Warum dann nicht oben in der Kuppel mit tollem Blick über Dresden?

    Die Yenidze wurde im orientalischen Stil erbaut. Sie wirkt wie eine Moschee mit ihrer Kuppel und den Türmen. Was dabei wie Minarette aussieht, waren tatsächlich aber die Schornsteine der Fabrik. Ein sehr beeindruckendes Bauwerk, finde ich.

    Nach dem wirklich leckeren Mittagessen mit Traumrundblick beschloss ich, die Gelegenheit zu nutzen und an der Station Mitte direkt wieder mit der S-Bahn zurück nach Pirna zu fahren. Waldschlösschen und Blaues Wunder hatte ich gestern schon auf der Stadtrundfahrt gesehen. Jetzt noch einmal hinfahren, nur um dort Fotos zu machen, das war mir nicht so wichtig, ebenso wenig wie das Flanieren durch Blasewitz. Ich war ein wenig erschöpft und wollte einfach nicht von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit hetzen. Ein bisschen Erholungsfaktor solle ja auch noch dabei sein. Also fuhr ich zurück ins Hotel und legte mich etwas hin. Abends ging ich noch etwas essen und legte mich später hin in freudiger Erwartung, am nächsten Tag endlich zur lange ersehnten Bastei zu fahren.

     


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  • Nach einem sehr stressbeladenen zurückliegenden Jahr starte ich voller guter Vorsätze ins neue Jahr. Dazu gehört auch, dass ich mir zwischendurch einige Auszeiten gönnen will, einfach, um Körper, Geist und Seele zu erholen. So kam es, dass ich mir in meinem zweiwöchigen Urlaub, der leider am niedersächsischen Wahlsonntag endet, vier Tage Kurzurlaub in Sachsen gönne. Es gibt so vieles, was ich da sehen möchte und ich war bislang noch nie in Sachsen. Dresden steht ganz oben auf meiner Wunschliste, aber auch die Bastei, Schloss Moritzburg und das schöne Elbsandsteingebirge.

    Der erste Tag war der Hinfahrt von Osnabrück aus geopfert. Als ich in Pirna ankam, wollte ich eigentlich nur noch ausruhen. Am nächsten Tag sollte es losgehen: Dresden steht auf dem Programm.

    Dresden - Tag 1: Zwinger, Frauenkirche und Semperoper

    Da ich mit dem Zug nach Pirna gefahren bin, mache ich meine Besichtigungstouren mit den "Öffentlichen". Von Pirna aus fährt eine S-Bahn in zwanzig Minuten zum Dresdner Hauptbahnhof. Da ich mich in Dresden noch gar nicht auskannte, musste ich mich erst einmal auf gut Glück orientieren. Meistens aber führt mich meine Intuition immer in die richtige Richtung.

    Da ich noch ein wenig Zubehör für meine Kamera und einen Surfstick kaufen wollte, führte mich mein erster Weg in die Centrum Galerie, ein Einkaufszentrum. Das kostete natürlich wertvolle Zeit. Schnell noch ein Eis in der Eisdiele ... schon sind gut anderthalb Stunden weg. Na ja ... Danach ging es dann weiter - in die richtige Richtung zur Altstadt.

    Der Zwinger - Ein toller Anblick

    Zunächst ging ich intuitiv in die Richtung, in der ich alte Bauwerke wie Kirchen vermutetet. Und dann stand ich auch schon mittendrin in vielen Herrlichkeiten des Barock. Etwas entfernter stach die Kuppel der Frauenkirche heraus. In diese Richtung ging ich dann, kam aber zuvor vorbei am Residenzschloss. Das wollte ich auch sehen - und latschte wohl glatt vorbei, ohne es zu erkennen. Mich zog dieses große Gebäude an, von dem ich annahm, es sei das Schloss. Es war in Wirklichkeit der Zwinger. Natürlich stand der Zwinger auf meinem Programm. Dass er es war, erfuhr ich erst, als ich mit dem Sightseeing-Bus noch mal vorbeifuhr. Aber ich ergriff die Gelegenheit und machte ein paar Fotos vom vermeintlichen "Schloss" nebst Garten/Park. Und so freue ich mich, dass ich Zwingeraufnahmen habe. Das Schloss kann ich dann morgen noch besichtigen.

    Dresden - Die zauberhafte Stadt an der Elbe (Tag 1)    Dresden - Die zauberhafte Stadt an der Elbe (Tag 1)   Dresden - Die zauberhafte Stadt an der Elbe (Tag 1) 

     

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    Eine Stadtrundfahrt - Dresden für Touristen in 1,5 Stunden 

    Ich sah den großen Doppeldecker-Bus für Sightseeing-Touren stehen und beschloss, eine Stadtrundfahrt mitzumachen. Ich erwarb ein Tagesticket für 20,- Euro und kann es morgen, wenn ich dann noch mal 2,- Euro drauflege, sogar weiter nutzen. Diese Busse fahren alle Sehenswürdigkeiten der Stadt an. Man kann aussteigen, sich alles anschauen und Fotos machen und mit einem der nachfolgenden Busse weiterfahren. Man kann aber auch sitzen bleiben und die Stadtrundfahrt zuende machen. Ich entschied mich dazu, am heutigen Tag einmal die komplette Rundfahrt mitzumachen und morgen bei ausgewählten Stationen auszusteigen und mir alles anzusehen.

    Dresden bietet ja wirklich eine geballte Ladung an Sehenswürdigkeiten. Da freue ich mich morgen richtig auf den zweiten Teil. Dann will ich am Blauen Wunder, am Waldschlösschen und an der Yenidze aussteigen. Vielleicht noch in Blasewitz durchs Villenviertel flanieren.

    Mittagessen im Brauhaus Watzke - urig und lecker

    Ich zähle mich ja gemeinhin zu den Glückspilzen unter den Menschen und betrachte mich als eine direkte Nachfahrin vom legendären "Hans im Glück". Alles Pech, das dem Guten scheinbar widerfuhr, entpuppte sich nachträglich als großes Glück für ihn. Ähnlich erging es mir heute auch.

    Nach der Stadtrundfahrt musste ich dringend zur Toilette und Hunger machte sich auch bemerkbar. Immerhin war es schon nach vierzehn Uhr, Zeit für ein Mittagessen. Ich schlenderte über die Augustusbrücke und kam zum goldenen Reiterstandbild von August dem Starken.

    Dresden - Die zauberhafte Stadt an der Elbe (Tag 1)   Dresden - Die zauberhafte Stadt an der Elbe (Tag 1)

     

     

     

     

     

     

     

    Im Hintergrund erblickte ich eine italienische Trattoria - da wollte ich rein. Gemäß dem Motto: "Hunger! Pipi! Kalt!" zog es mich ungebremst dorthin. Ich betrat also das Restaurant, den "goldenen August" komplett missachtend, und fragte die junge Dame, ob sie noch geöffnet hätten. Leider versicherte mir die Bedienung, dass sie bereits geschlossen hätten. Ich fragte, ob es noch ein Restaurant in der Nähe gebe und sie meinte nur: "Ja, das Watzke, gleich da drüben."

    Erleichtert landete ich dort und war sofort vom Interieur angetan. Das Watzke ist in Dresden das, was (Insider Achtung!) das Rampendahl für Osnabrück ist: ein uriges Brauhaus mit eigenem gebrauten Bier. Hier saß ich nicht nur supergemütlich, ich bekam leckeres Bier und eine Platte vom Goldbroiler mit Bratkartoffeln und Spiegelei. Das war köstlich. Nicht auszudenken, was ich verpasst hätte, hätte der Italiener noch auf gehabt und ich die obligaten Pasti verspeist. 

    Das Watzke ist sehr gemütlich eingerichtet. An der Wand findet man Bilder von vielen berühmten Brauern:

    Dresden - Die zauberhafte Stadt an der Elbe (Tag 1)

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    Der urigste Clou ist sicherlich die große Glocke, die mitten im Lokal steht, und die mit einem Hammer zu jeder vollen Stunde geschlagen wird:

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    Die Glocke war aber gnädig. Die Lautstärke riss mich, die ich in unmittelbarer Nähe saß, nicht von meinem Stuhl runter. Ich finde diese Glocke eine wirklich schöne Idee.

    Canaletto-Blick und Frauenkirche

    Nach dem Mittagessen - mittlerweile war es schon gegen vier - war bei mir allmählich die Luft raus. Ich fotografierte noch eben den "Goldenen August" zu Pferde und machte mich dann auf den Weg zurück über die Augustusbrücke Richtung Schloss. Dabei versäumte ich es natürlich nicht, an dem Punkt anzuhalten, der ein besonders schönes Panorama über die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Dresdens auf einmal bot: der sogenannte Canaletto-Blick. 

    Dresden - Die zauberhafte Stadt an der Elbe (Tag 1)

     

     

     

     

    Der Begriff geht auf den venezianische Maler Bernardo Bellotto zurück, der im 18. Jahrhundert zwei Panoramabilder von Dresden vom rechten Elbufer aus malte, eines unterhalb und eines oberhalb der Augustusbrücke. Bellotto wurde immer "Canaletto" genannt, wie sein berühmter Onkel. Deshalb nannte man diesen Blick auf das historische Dresden rund ums Elbufer "Canaletto-Blick". Natürlich stand der Maler selbst nie auf der Brücke, weshalb ein Blick von der Brücke aus, wie ich ihn tat, kein echter "Canaletto-Blick" ist. Aber die Dresdner nennen den Aussichtpunkt auf der Brücke selbst so und ich schließe mich dem gerne an.

    Nun wollte ich eigentlich Feierabend machen. Langsam ließ das Tageslicht nach und wich einer wintertypisch früh einsetzenden Dämmerung. Trotzdem wollte ich das Restlicht noch nutzen, wenigstens die Frauenkirche zu fotografieren:

    Dresden - Die zauberhafte Stadt an der Elbe (Tag 1)

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    Natürlich ging ich auch hinein, das ließ ich mir gar nicht nehmen. Drinnen war jedoch das Benutzen des Blitzlichts untersagt, so musste ich die Blende lange offen lassen. Drinnen konnte ich auch kein Stativ benutzen, sondern musste die Kamera in der Hand halten. Die lange Belichtungszeit führte dann dazu, dass ich etwas gewackelt hatte, was zu einer unscharfen Aufnahme führte:

    Dresden - Die zauberhafte Stadt an der Elbe (Tag 1)

     

     

     

     

     

     

     

     

    Als ich wieder rauskam, war es mittlerweile schon richtig dämmrig geworden. Sollte ich sofort zum Bahnhof gehen und nach Pirna zurückfahren oder wollte ich noch etwas sehen? Da ich eh schon in der Nähe war, ging ich nochmals zum Zwinger. Dort gab es eine Porzellanausstellung mit der unglaublichen Porzellansammlung Augusts des Starken. Er hatte seinerzeit eine unglaubliche Sammelleidschaft für Porzellan aus aller Welt entwickelt. Ich sah tolle Aufsätze aus China, Japan und natürlich aus Meißener Porzellan. Das war noch wirklich sehenswert. In der Ausstellung durfte natürlich nicht fotografiert werden, deshalb gibt es davon keine Fotos.

    Danach machte ich mich dann auch wirklich auf den Rückweg. Morgen geht es weiter in Dresden. Ich freue mich schon darauf.


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  • Man soll nicht sagen, soziale Netzwerke seien nur zum "Qutaschmachen" gut. Ich habe über Facebook auch die Idee eines Baumhaushotels kennengelernt - allerdings in Skandinavien: http://www.treehotel.se/

    Schnell fand ich über die Suchmaschine auch eine Variante in Deutschland, besser gesagt zwei. Es gibt ein Baumhaushotel im Bayerischen Wald und eines in Niedersachsen, im Weserbergland. Ich sah mir die Webseite vom Baumhaushotel Solling an und war begeistert: http://www.baumhaushotel-solling.de

    Da war mir sogleich klar: Hier will ich unbedingt mal hin.

    Von der Idee zur Tat

    Ich verständigte eine liebe Freundin, weil ich mir gleich dachte, dass so ein Trip auch etwas für ihre zehnjährige Tochter sein könnte. Diese Idee steckte sie sofort an und sie informierte ihrerseits eine liebe Freundin, die ihren neunjährigen Sohn mitnehmen würde. So waren wir schnell zu dritt begeistert und setzten die Idee in die Tat um. Im Oktober sollte unser Wochenende starten. Wir freuten uns sehr darauf und konnten es kaum mehr abwarten.

    Ja, is denn schon Oktober?

    Endlich war es soweit: das Wochenende vom 12. bis 14. Oktober stand vor der Türe. Pünktlich gegen halb drei reisten wir zusammen gen Weserbergland ab. Laut Navigationsgerät sollte die Fahrt 2,5 Stunden dauern, tatsächlich waren wir aber weit über drei Stunden unterwegs. Das lag daran, dass wir von der A30 bei Bad Oeynhausen auf die A2 wechseln mussten. Die Fahrt durch Bad Oeynhausen zieht sich unendlich lange hin.

    Und so ließen die berühmtesten Sätze im Auto nicht lange auf sich warten, wenn man mit Kindern fährt: "Sind wir bald dahaaa?" und "Wie lange dauert's noch?"

    Irgendwann waren wir dann auch fast da, aber eben nur fast. Wieder wurde der kindliche 2-Fragen-Katalog in einer Endlosschleife rauf und runter gespult. Doch eine Geheimwaffe haben die Erwachsenen immer im Gepäck und die zieht immer - ohne Ausnahme: Mc Donald's. So machten wir eine Pause in Holzminden bei McDo. Mit ihrer Juniortüte und dem darin enthaltenen Spielzeug vom neuesten Madagskar-Film waren die Fahrstrapazen, die scheinbar nur Kinder spüren, schnell vergessen. Von Holzminden aus war es auch nicht mehr weit. Wir waren schon sehr gespannt.

    Unsere Ankunft im Reinhardswald im Naturpark Solling (bei Uslar)

    Da es bei unserer Ankunft schon dunkel war, mussten wir mit Taschenlampen "bewaffnet" den Weg vom Parkplatz durch den Wald bis zu unserer Baumhütte zurücklegen. Das funktionierte aber relativ gut. Der Vorderste rief immer Wurzel- und Steinwarnungen nach hinten zu den anderen durch - schon passte jeder auf und niemand fiel hin.

    Ein Herbstwochenende im WeserberglandAls wir dann endlich in unserer Hütte waren, empfanden wir sie unisono als total gemütlich: voll aus massivem Holz gebaut, strahlt die Baumhütte eine unglaubliche Behaglichkeit aus. Ringsum ist der dunkle Wald und wir dürfen in warmem Holz verweilen.

    Die Hütte ist im Inneren relativ klein aber es passen ein Doppelstockbett und ein Einzelstockbett hinein. Ich entschied mich gleich für das untere Einzelstockbett. Die Aufnahme links entstand vom Balkon aus, der uns im Dunkeln auch als "Waschplatz" diente, zumindest für das abendliche Zähneputzen. Den Schaum mussten wir einfach in den Wald spucken und uns den Mund mit einer Tasse Wasser spülen. Das war ein Trip zurück in die einfache Lebensweise. Hier ein Blick auf meine "Kemenate": Ein Herbstwochenende im Weserbergland

    Ich finde diesen Schlafplatz urgemütlich. Die Matratzen waren auch angenehm fest. So ließ es sich darauf wunderbar schlafen. Da ich nicht nur die älteste, sondern auch die schwerste von allen war und mitunter nachts schon mal zur Toilette muss, wollte ich es den anderen nicht zumuten, mir beim Herauf- und Herunterklimmen der Strickleiter zuzuhören. Es reicht schon, wenn ich nachts den umliegenden Wald "absäge". Ich habe den anderen schon gesagt, sie sollen mit Schuhen nach mir werfen, sollte ich zu laut schnarchen.  Das hatte aber keiner getan, was nicht den      (un-)logischen Schluss zulässt, dass ich nicht geschnarcht habe. Sie waren einfach nur nett zu mir.

    Das Frühstück macht den Tag

    Wir wussten ja bereits, dass wir in unserem Baunhaus Frühstück serviert bekommen würden. Da es sich im Wald um eine sehr einfache, luxusfreie lebensweise handelt, gingen wir davon aus, dass auch das Frühstück sehr bescheiden ausfallen würde. Was wir allerdings serviert bekamen, ließ uns mehr als nur staunen. Das war kein gewöhnliches Frühstück, das war ein Riesenkorb voller Verwöhnungen - liebevoll hergerichtet und alles superlecker.

    Ein Herbstwochenende im Weserbergland

    Auf dem Weg nach Nordhessen: Der Weser Sky-Walk bei Würgassen

    Nach dem fantastischen Frühstück war allgemeines Waschen im naheliegenden Waschhaus angesagt. Ich zog den Bauwagen zum Duschen vor: Ein Herbstwochenende im Weserbergland

    Auf den ersten Blick möchte man denken, es handele sich dabei um eine sehr fiese Angelegenheit. Weit gefehlt. Im festen Gebäude gibt es einen großen Toilettenraum, der auch eine Duschkabine enthält. Zähneputzen kann man sich dort am Waschbecken. Hier in dem kleinen Bauwagen hat man alles kompakt zusammen: Dusche und Waschbecken. Nur zur Toilette muss man ins Gebäude. So konnte ich mich dort wunderbar duschen, meine Zähne putzen und mich ungestört von anderen anziehen. Perfekt. Der Bauwagen reichte also auf jeden Fall aus.

    Natürlich hatte ich die Zeit auch genutzt, um die Umgebung ein wenig zu fotografieren:

    Ein Herbstwochenende im Weserbergland

    Rock'n Roll is everywhere


    Ein Herbstwochenende im WeserberglandNeben dem Waldgelände am Reinhardswald im Naturpark Solling befindet sich auch ein Campingplatz für Lang- und Kurzzeitcamper. Einer der (scheinbar) Langzeitcamper hat eine sehr aussagekräftige Fahne auf seiner Parzelle angebracht, echte Rock'n Roller erkennen sie sofort, die "Pommesgabel". Man muss das Bild nur vergrößern, schon erkennt man es genau. 

     

    Unsere Baumhütte

    Ein Herbstwochenende im WeserberglandNatürlich darf an dieser Stelle nicht das Wichtigste  von allem vergessen werden: unsere Baumhütte. Wir hatten die Hütte "Ahletal" gemietet. Hierbei handelt es sich um die größte aller Baumhütten. Sie ist bis zu sechs Personen ausgelegt.

    Man geht über die kleine Treppe außen hoch. Direkt links befindet sich die "Toilette", wobei dieser Begriff mehr erwarten lässt als man vorfindet. Es ist eine kleine Campingtoilette ohne Wasserspülung, stattdessen mit Waldstreu. Also, Kleingeschäft hinein, Streu drüberschüppen, fertig. Das saugt sich dann voll. Soll auch nur eine Nottoilette für die Nacht sein. Natürlich gilt für die Kinder immer ein Notfall, obgleich die nicht so oft austreten müssen wie ich. Ich latschte dafür tagsüber immer zum Waldatelier und nutzte die Nottoilette wirklich nur im Notfall des nachts.

    Der Weser Sky-Walk - ein Wahninnsausblick!

    Nach erfolgreicher Gruppenwäsche und kollektivem "Pipi-Machen" starteten wir dann auch alsbald Richtung Nordhessen. Immerhin wollten wir zur Sababurg, dem wunderschönen Dornröschenschloss an der Deutschen Märchenstraße. Dieses Schloss soll ja die Vorlage für das Grimmsche Märchen gewesen sein. Da sich die Sababurg nur etwa 40 Kilometer von Uslar entfernt befindet, war uns schon vor Abreise klar, dass wir am Samstag dahin fahren würden. 

    Wir machten uns also auf den Weg und fuhren über Land und kamen durch Wälder, fuhren steil rauf und wieder runter ... sehr abenteuerlich. Plötzlich kam ein Hinweisschild: Weser Sky-Walk. Ich war sehr neugierig und bat, dass wir dort dann anhalten mögen. Das taten wir dann auch, als der entsprechende Parkplatz kam. Wir mussten einen recht steilen aber gut gesicherten Pfad abwärts schreiten. Da sahen wir schon die Aussichtsplattform. Als ich sie betrat verstand ich, warum sie "Sky-Walk" heißt: sie reicht nämlich über den Felsvorsprung hinaus und man blickt nur noch hinab in die Tiefe. Atemberaubend. Mir wurde richtig flauim Magen. Der Ausblick war es mir aber wert.

    Ein Herbstwochenende im Weserbergland

     

    Wo das Dornröschen schlief - die Sababurg

    Um den Kindern etwas bieten zu können, machten wir anderntags einen Ausflug nach Nordhessen zur Sababurg, die auch als "Dornröschenschloss" bekannt ist. In der Tat stellt man sich genau so das Schloss vor, in dem Dornröschen einst seinen 1000jährigen Schlaf hielt, bis es von einem tapferen Prinzen wieder zurück ins Leben geküsst wurde.

    Dieses Bild liefert einen Blick auf die gesamte Sababurg vom angrenzenden Tierpark aus:

    Ein Herbstwochenende im WeserberglandWir Erwachsenen hofften, mit diesem Ausflug zur Sababurg bei den Kindern ins Schwarze getroffen zu haben. Ich kündigte den Ausflug auch noch ganz zuversichtlich als etwas total Spannendes an.

    Wie wir allerdings so den Burggarten durchwandelten, vorbei kamen an schönen Rosensträuchern, geheimnisvollen Gartenlauben und viel altes Burggemäuer sahen, kam die eine, alles vernichtende Frage: "Wann wird es denn jetzt mal spannend?"

     

    Anscheinend haben Kinder und Erwachsene völlig unterschiedliche Vorstellungen davon, was  Ein Herbstwochenende im Weserberglandspannend heißt. Ich kann mich an schönen Anblicken noch erfreuen, Kinder brauchen allerdings permanent Action. Nun gut, ich konnte es jetzt nicht ändern, dass da keine wilden Ritter in ihren Rüstungen um die Ecke stürmten und sich Schaukämpfe lieferten oder dass das Märchen um Dornröschen in irgendeiner Form nachgespielt wurde. Es gab nur den Burggarten - und der war wunderschön. Für die Kiddies offenbar aber langweilig. Und so sanken bei beiden die Mundwinkel zusehends nach unten. Dabei gab es doch so viel Schönes zu sehen, wie nachfolgende Bilder für sich stehend zeigen sollen:

    Ein Herbstwochenende im Weserbergland

    Ein Herbstwochenende im Weserbergland

        Ein Herbstwochenende im Weserbergland

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    So hatten wir Erwachsenen Spaß, bekamen viel zu sehen, während die Kiddies in Windeseile an all den Schönheiten des Burggartens vorbeirauschten, immer in der Hoffnung, um die nächste Ecke endlich das versprochene "Spannende" zu finden. Sie haben es aber geduldig über sich ergehen lassen und der Besuch im angrenzenden Tierbark entschädigte sie dann für die vorangegangene langweilige Zumutung.

    Die Eindrücke im Tierpark Sababurg waren so reichhaltig, dass sich dafür demnächst ein eigener Blogeintrag lohnt. Deshalb schließen ich diesen Eintrag an dieser Stelle und sage "tschüss bis neulich, wa".

     

    Nachtrag: Alle Bilder mit Personenabbildungen sind etwas verpixelt - zum Schutze der abgebildeten Personen. Da hat also nicht die Kamera getreikt, sondern das ist nachträglich so eingefügt worden.

     


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  • ...jetzt endlich ist das Geheimnis um das Phänomen wissenschaftlich gelüftet:

     

    Das Phänomen der EM-Fähnchen an Autos und Fenstern...


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  • Den ersten Mai nützen viele - sofern sie nicht gerade gewerkschaftlich unterwegs sind - um Spaziergänge oder Radtouren mit der Familie oder Freunden zu machen. Dann sind etliche unterwegs mit dem obligaten Bollerwagen, bepackt mit Getränken und Picknick. Auch ich habe mich nachmittags auf den Weg gemacht - aber weder zu Fuß, noch mit dem Rad, sondern mit dem Auto ins Osnabrücker Land. Ich bewaffnete mich mit der Kamera und mit Stativ, um irgendwo schöne Fotoimpressionen sammeln zu können.

    Meine erste Station führte mich an den Alfsee. Zugegeben, das, was ich sah, beeindruckte mich eher weniger. Ich bin puncto Seen verwöhnt von unserem traumhaft schönen Rubbenbruchsee, der direkt vor unserer Haustüre liegt. Dagegen nimmt sich der Alfsee doch reichlich schlicht und nichtssagend aus - geradezu langweilig für das Auge. So habe ich auch nur ein oder zwei Fotos geschossen und beschloss dann, mit dem Auto weiter zu cruisen.

    Der 1. Mai in Osnabrück und Umgebung

    Der 1. Mai in Osnabrück und Umgebung

     

     

     

     

     

     

    So fuhr ich weiter mit dem Auto in Richtung Neuenkirchen-Voerde und Bramsche-Kalkriese. Zuerst verließ ich die große Bundesstraße und bog ab über die kleinen Landstraßen, vorbei an Feldern und Wiesen, da mich schon von weitem ein wunderschönes gelbes Rapsfeld anlockte. Diese Farbenpracht! Das musste aufs Bild:

    Der 1. Mai in Osnabrück und Umgebung Der 1. Mai in Osnabrück und Umgebung

     

     

     

     

     

    Jede einzelne Rapsblüte war eine Schönheit für sich und wert, fotografiert zu werden. So fuhr ich dann weiter und kam alsbald an einer Brücke über den Mittellandkanal vorbei. Es standen etliche Radfahrer mit ihren Rädern dort, genossen den Ausblick und machten Pause von ihrer Radtour. Ich suchte nach einer Haltemöglichkeit, stieg aus, Kamera um den Hals und Stativ unter dem Arm, und ging zurück zur Brücke, wo ich dieses Bild aufnahm:

    Der 1. Mai in Osnabrück und Umgebung

    Da ich mein Auto etliche Meter weiter an einem Feldweg parkte, ging ich zurück zum Wagen und entdeckte unterwegs noch ein paar Schönheiten am Wegesrand, die ich hier nicht vorenthalten möchte:

    Der 1. Mai in Osnabrück und Umgebung

    Der 1. Mai in Osnabrück und Umgebung

    Der 1. Mai in Osnabrück und Umgebung

    Der 1. Mai in Osnabrück und Umgebung

    Bevor ich ins Auto stieg und weiterfuhr, musste ich noch unbedingt ein Bild von dem wunderschönen Weg aufnehmen. Ich sammle für meine Aphorismen auch immer wieder Bilder von Wegen. Und sobald mir ein schönes Exemplar ins Auge sticht, muss ich es fotografieren:

    Der 1. Mai in Osnabrück und Umgebung

    Weiter ging es in Richtung Kalkriese, immer den Heimweg Richtung Osnabrück im Auge behaltend. Ich fuhr so dahin, da entdeckte ich auf der linken Seite eine Kuhweide. Kühe - die sind auch immer ein dankbares Fotomotiv, vor allem, wenn alles ringsum saftig grün ist. Also hielt ich an einer Landbushaltestelle an und schleppte mein Stativ zur Kuhweide, wo ich folgende Aufnahmen machte:

    Der 1. Mai in Osnabrück und Umgebung

    Der 1. Mai in Osnabrück und Umgebung

     

     

     

     

     

     

     

     

    Nun hatte ich eigentlich im Kasten, was ich fotografieren wollte, und machte mich auf den Heimweg. Nachdem ich die gerade wieder in Osnabrück einfuhr, beschloss ich noch ganz spontan, einen Abstecher zu unserem Piesberg zu machen. Der Piesberg ist der höchste Berg in Osnabrück mit seinen knapp 200 m über NN. Neben unserer Zentraldeponie befindet sich am ehemaligen Bergbaugelände heute ein Naherholungsgebiet mit schönen Wanderwegen und dem Museum für Industriekultur. Das Museum für Industriekultur (ich besuchte es einmal im Jahr 2004) ist ein altes, hohes Steinhaus, in dem neben einer Dauerausstellung zur Osnabrücker Bergbauindustrie auch Wechselausstellungen stattfinden. Damals - als ich drin war - war es eine Spielzeugausstellung mit historischen Spielzeugen und deren industriellen Herstellung. Heute war ich nicht drin, sondern fotografierte das Gelände nur von außen:

    Der 1. Mai in Osnabrück und Umgebung

    Der 1. Mai in Osnabrück und Umgebung

     

     

     

     

     

     

     

     

    Der 1. Mai in Osnabrück und Umgebung

    Der 1. Mai in Osnabrück und Umgebung

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    Der 1. Mai in Osnabrück und Umgebung

    Alles in allem war der erste Mai sehr schön für mich. Ich machte meine persönliche Maifahrt übers Land und nahm allerlei interessante Dinge auf. Man muss bloß die Augen offen halten, dann findet man immer etwas, das sich zu fotografieren lohnt, wie zum Beispiel die Natur, die sich gegen menschliche Kultur immer durchzusetzen weiß, wie das Foto des alten LKW-Reifens auf dem Piesberg zeigt, der mittlerweile von der Natur vereinahmt wurde. Hier ist das Kunststoffteil kein Störenfried, sondern von den Pflanzen einfach für ihre Zwecke vereinnahmt worden:

    Der 1. Mai in Osnabrück und Umgebung


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