• Dresden - Die zauberhafte Stadt an der Elbe (Tag 1)

    Nach einem sehr stressbeladenen zurückliegenden Jahr starte ich voller guter Vorsätze ins neue Jahr. Dazu gehört auch, dass ich mir zwischendurch einige Auszeiten gönnen will, einfach, um Körper, Geist und Seele zu erholen. So kam es, dass ich mir in meinem zweiwöchigen Urlaub, der leider am niedersächsischen Wahlsonntag endet, vier Tage Kurzurlaub in Sachsen gönne. Es gibt so vieles, was ich da sehen möchte und ich war bislang noch nie in Sachsen. Dresden steht ganz oben auf meiner Wunschliste, aber auch die Bastei, Schloss Moritzburg und das schöne Elbsandsteingebirge.

    Der erste Tag war der Hinfahrt von Osnabrück aus geopfert. Als ich in Pirna ankam, wollte ich eigentlich nur noch ausruhen. Am nächsten Tag sollte es losgehen: Dresden steht auf dem Programm.

    Dresden - Tag 1: Zwinger, Frauenkirche und Semperoper

    Da ich mit dem Zug nach Pirna gefahren bin, mache ich meine Besichtigungstouren mit den "Öffentlichen". Von Pirna aus fährt eine S-Bahn in zwanzig Minuten zum Dresdner Hauptbahnhof. Da ich mich in Dresden noch gar nicht auskannte, musste ich mich erst einmal auf gut Glück orientieren. Meistens aber führt mich meine Intuition immer in die richtige Richtung.

    Da ich noch ein wenig Zubehör für meine Kamera und einen Surfstick kaufen wollte, führte mich mein erster Weg in die Centrum Galerie, ein Einkaufszentrum. Das kostete natürlich wertvolle Zeit. Schnell noch ein Eis in der Eisdiele ... schon sind gut anderthalb Stunden weg. Na ja ... Danach ging es dann weiter - in die richtige Richtung zur Altstadt.

    Der Zwinger - Ein toller Anblick

    Zunächst ging ich intuitiv in die Richtung, in der ich alte Bauwerke wie Kirchen vermutetet. Und dann stand ich auch schon mittendrin in vielen Herrlichkeiten des Barock. Etwas entfernter stach die Kuppel der Frauenkirche heraus. In diese Richtung ging ich dann, kam aber zuvor vorbei am Residenzschloss. Das wollte ich auch sehen - und latschte wohl glatt vorbei, ohne es zu erkennen. Mich zog dieses große Gebäude an, von dem ich annahm, es sei das Schloss. Es war in Wirklichkeit der Zwinger. Natürlich stand der Zwinger auf meinem Programm. Dass er es war, erfuhr ich erst, als ich mit dem Sightseeing-Bus noch mal vorbeifuhr. Aber ich ergriff die Gelegenheit und machte ein paar Fotos vom vermeintlichen "Schloss" nebst Garten/Park. Und so freue ich mich, dass ich Zwingeraufnahmen habe. Das Schloss kann ich dann morgen noch besichtigen.

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    Eine Stadtrundfahrt - Dresden für Touristen in 1,5 Stunden 

    Ich sah den großen Doppeldecker-Bus für Sightseeing-Touren stehen und beschloss, eine Stadtrundfahrt mitzumachen. Ich erwarb ein Tagesticket für 20,- Euro und kann es morgen, wenn ich dann noch mal 2,- Euro drauflege, sogar weiter nutzen. Diese Busse fahren alle Sehenswürdigkeiten der Stadt an. Man kann aussteigen, sich alles anschauen und Fotos machen und mit einem der nachfolgenden Busse weiterfahren. Man kann aber auch sitzen bleiben und die Stadtrundfahrt zuende machen. Ich entschied mich dazu, am heutigen Tag einmal die komplette Rundfahrt mitzumachen und morgen bei ausgewählten Stationen auszusteigen und mir alles anzusehen.

    Dresden bietet ja wirklich eine geballte Ladung an Sehenswürdigkeiten. Da freue ich mich morgen richtig auf den zweiten Teil. Dann will ich am Blauen Wunder, am Waldschlösschen und an der Yenidze aussteigen. Vielleicht noch in Blasewitz durchs Villenviertel flanieren.

    Mittagessen im Brauhaus Watzke - urig und lecker

    Ich zähle mich ja gemeinhin zu den Glückspilzen unter den Menschen und betrachte mich als eine direkte Nachfahrin vom legendären "Hans im Glück". Alles Pech, das dem Guten scheinbar widerfuhr, entpuppte sich nachträglich als großes Glück für ihn. Ähnlich erging es mir heute auch.

    Nach der Stadtrundfahrt musste ich dringend zur Toilette und Hunger machte sich auch bemerkbar. Immerhin war es schon nach vierzehn Uhr, Zeit für ein Mittagessen. Ich schlenderte über die Augustusbrücke und kam zum goldenen Reiterstandbild von August dem Starken.

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    Im Hintergrund erblickte ich eine italienische Trattoria - da wollte ich rein. Gemäß dem Motto: "Hunger! Pipi! Kalt!" zog es mich ungebremst dorthin. Ich betrat also das Restaurant, den "goldenen August" komplett missachtend, und fragte die junge Dame, ob sie noch geöffnet hätten. Leider versicherte mir die Bedienung, dass sie bereits geschlossen hätten. Ich fragte, ob es noch ein Restaurant in der Nähe gebe und sie meinte nur: "Ja, das Watzke, gleich da drüben."

    Erleichtert landete ich dort und war sofort vom Interieur angetan. Das Watzke ist in Dresden das, was (Insider Achtung!) das Rampendahl für Osnabrück ist: ein uriges Brauhaus mit eigenem gebrauten Bier. Hier saß ich nicht nur supergemütlich, ich bekam leckeres Bier und eine Platte vom Goldbroiler mit Bratkartoffeln und Spiegelei. Das war köstlich. Nicht auszudenken, was ich verpasst hätte, hätte der Italiener noch auf gehabt und ich die obligaten Pasti verspeist. 

    Das Watzke ist sehr gemütlich eingerichtet. An der Wand findet man Bilder von vielen berühmten Brauern:

    Dresden - Die zauberhafte Stadt an der Elbe (Tag 1)

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    Der urigste Clou ist sicherlich die große Glocke, die mitten im Lokal steht, und die mit einem Hammer zu jeder vollen Stunde geschlagen wird:

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    Die Glocke war aber gnädig. Die Lautstärke riss mich, die ich in unmittelbarer Nähe saß, nicht von meinem Stuhl runter. Ich finde diese Glocke eine wirklich schöne Idee.

    Canaletto-Blick und Frauenkirche

    Nach dem Mittagessen - mittlerweile war es schon gegen vier - war bei mir allmählich die Luft raus. Ich fotografierte noch eben den "Goldenen August" zu Pferde und machte mich dann auf den Weg zurück über die Augustusbrücke Richtung Schloss. Dabei versäumte ich es natürlich nicht, an dem Punkt anzuhalten, der ein besonders schönes Panorama über die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Dresdens auf einmal bot: der sogenannte Canaletto-Blick. 

    Dresden - Die zauberhafte Stadt an der Elbe (Tag 1)

     

     

     

     

    Der Begriff geht auf den venezianische Maler Bernardo Bellotto zurück, der im 18. Jahrhundert zwei Panoramabilder von Dresden vom rechten Elbufer aus malte, eines unterhalb und eines oberhalb der Augustusbrücke. Bellotto wurde immer "Canaletto" genannt, wie sein berühmter Onkel. Deshalb nannte man diesen Blick auf das historische Dresden rund ums Elbufer "Canaletto-Blick". Natürlich stand der Maler selbst nie auf der Brücke, weshalb ein Blick von der Brücke aus, wie ich ihn tat, kein echter "Canaletto-Blick" ist. Aber die Dresdner nennen den Aussichtpunkt auf der Brücke selbst so und ich schließe mich dem gerne an.

    Nun wollte ich eigentlich Feierabend machen. Langsam ließ das Tageslicht nach und wich einer wintertypisch früh einsetzenden Dämmerung. Trotzdem wollte ich das Restlicht noch nutzen, wenigstens die Frauenkirche zu fotografieren:

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    Natürlich ging ich auch hinein, das ließ ich mir gar nicht nehmen. Drinnen war jedoch das Benutzen des Blitzlichts untersagt, so musste ich die Blende lange offen lassen. Drinnen konnte ich auch kein Stativ benutzen, sondern musste die Kamera in der Hand halten. Die lange Belichtungszeit führte dann dazu, dass ich etwas gewackelt hatte, was zu einer unscharfen Aufnahme führte:

    Dresden - Die zauberhafte Stadt an der Elbe (Tag 1)

     

     

     

     

     

     

     

     

    Als ich wieder rauskam, war es mittlerweile schon richtig dämmrig geworden. Sollte ich sofort zum Bahnhof gehen und nach Pirna zurückfahren oder wollte ich noch etwas sehen? Da ich eh schon in der Nähe war, ging ich nochmals zum Zwinger. Dort gab es eine Porzellanausstellung mit der unglaublichen Porzellansammlung Augusts des Starken. Er hatte seinerzeit eine unglaubliche Sammelleidschaft für Porzellan aus aller Welt entwickelt. Ich sah tolle Aufsätze aus China, Japan und natürlich aus Meißener Porzellan. Das war noch wirklich sehenswert. In der Ausstellung durfte natürlich nicht fotografiert werden, deshalb gibt es davon keine Fotos.

    Danach machte ich mich dann auch wirklich auf den Rückweg. Morgen geht es weiter in Dresden. Ich freue mich schon darauf.


  • Commentaires

    1
    Johann Fr. Böttger
    Vendredi 18 Janvier 2013 à 11:36

    Ach, ich werde ganz wehmütig und wäre auch gern in Dresden. Was waren das noch für Zeiten,  als wir versucht haben, die Chinesen zu kopieren und Porzelan herzustellen. Hat ja geklappt, die hatten eben kein Patent.

    2
    Sigrun Profil de Sigrun
    Mercredi 23 Janvier 2013 à 15:27

    Na ja, klappt heute auch noch. Heute haben wir zwar Patente en masse, aber die Chinesen kopieren trotzdem alles....  So ein Patent ist also nicht mit eingebautem Kopierschutz. Vielleicht war das die späte Rache fürs Porzellan ...

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