• Impressionen aus Lykien

    Sonntag, 20.03.2011

     

    Accueil  Abreise:

    Abfahrt von zuhause gegen kurz vor acht. Der Flughafenbus kam um 8.45 Uhr.

    Die Fahrt mit dem Flughafenbus verlief schnell und unkompliziert. Da der Flughafen Münster-Osnabrück klein und übersichtlich ist, ging alles ganz schnell und reibungslos. Bald saß ich im Flieger der Sky-Airlines, einer türkischen Chartergesellschaft.

    Der Flieger war - wie es bei modernen Chartergesellschaften üblich ist - recht eng bestuhlt. Aber bei einer Flugzeit von 3,5 Stunden war es auszuhalten. Abflug nach deutscher Ortszeit (Winterzeit) war 11.00 und Ankunft dreieinhalb Stunden später. Allerdings war es bei der Landung in Antalya da schon 15.40 Uhr nach türkischer Ortszeit. Zuerst mussten alle Formalitäten erledigt und der Zoll passiert werden. Ich wollte sofort zu Anfang meine wirklich absolut basalen Türkischkenntnisse an den Mann bringen und begrüßte den eigentlich unentwegt mürrisch dreinblickenden Zollbeamten bei der Passkontrolle mit einem freundlichen "Iyi günler!", das dem deutschen "Guten Tag!" entspricht, als ich ihm meinen Ausweis zuschob, was ihn wiederum zu ersten Mal zu einem angedeuteten Lächeln mit einem lockeren "Merhaba!" auf den Lippen verleiten ließ.

    Ankunft in Antalya:

    Stolz auf meine erste türkischsprachige Amtshandlung passierte ich den Zoll und wartete an der Gepäckausgabe auf meinen Koffer. Als dieser kam, ging ich erwartungsfreudig Richtung Ausgang und fand sogleich den richtigen Passierschalter, der uns Reisende vom RSD in Empfang nahm. Es waren noch ein paar Meter zu laufen bis wir an unserem Bus ankamen. 

    Osman, der nette Busfahrer, der uns die ganze Woche über fuhr, verstaute fachgerecht alle Koffer und Ibrahim, unser Reiseleiter, übernahm das Kommando und begrüßte uns freundlich über das Busmikrophon. Mittlerweile waren alle Gepäckstücke im Bus verstaut, alle Teilnehmer unserer Reisegruppe saßen im Bus und der Bus war abfahrbereit und schloss die Türe, da kam die erste Frage aus den hinteren Reihen an Ibrahim, wie sie typischer deutsch nicht sein konnte: "Sagen Sie mal, wie ist das denn hier im Bus mit der Sitzordnung." "Sitzordnung?" kommentierte Ibrahim mit einer hochgezogenen Augenbraue, die nicht erkennen ließ, ob er sich über die Frage wunderte, weil sie zum ersten Mal in seinem Leben gestellt wurde, oder weil er schon so viele deutsche Urlauber begleitet hatte und sich wunderte, dass die immer noch nicht auf ihre gute deutsche, bürokratische Ordnung - selbst bei Bussitzplätzen - zu verzichten bereit waren. Und dann machte er das, was für einen mediterranen Orientalen das einzig Vernünftige scheint, bei deutschen Urlaubern aber nur für heillose Verwirrung sorgt, er sagte: "Sitzordnung? Gibt es keine. Jeder setzt sich da wo er möchte. Wir sind doch erwachsen, das sollte doch funktionieren."

    Nun erwachsen schon, wir sind aber auch deutsch. Und der gute Durchschnittsdeutsche besteht auf seine geregelte Ordnung. Ja wo kämen wir denn dahin, wenn jeder sich hinsetzen würde, wo er wollte? Da muss doch eine Regelung rein. Bei manchen Teilnehmern stand offensichtlich der entsetzte Angsschweiß auf der Stirne, die Reisegruppe könnte mangels Sitzordnung ins Chaos abdriften in dieser Woche, oder gar in die Anarchie und so wagte er einen orientalisch-vernüftigen Vorschlag, der es jedem Fahrgast einmal ermöglichen würde, in den Genuss der heiß begehrten vorderen Plätze zu kommen: "Wir können es ja so machen, dass jeder einmal einen Platz am nächsten Tag nach hinten rückt und die hinteren nach vorne...."

    Ja um Gottes Willen! Das kann man vielleicht mit Türken machen, aber doch nicht mit Deutschen. Die brauchen klare Ansagen und vor allem feste Regeln. Experiment "roulierendes Sitzplatzsystem" wird nicht funktionieren, nicht mit dem Durchschnittsmichel.

    Er weigerte sich dann auch, uns eine Sitzordnung vorzuschlagen und sein Blick verhehlte nicht, dass er diese Regelung albern fand. So schmählich von unserem Reiseleiter im Stich gelassen, einigten wir uns dann wortlos auf die gute alte "Kaffeefahrt-Regel", dass jeder sich mit seinem Hintern am nächsten Tag wieder auf den Platz setzt, den er einmal zu Beginn eingenommen hat. Wäre das mit der Sitzordnung auch vom Tisch.

    Erste Nacht im Hotel in Tekirova

    Der Bus brachte uns aus Antalya hinaus in ein kleines Kaff namens Tekirova, wo um diese Jahreszeit noch der Hund begraben ist. Wir wurden ins Hotel gebracht und ich freute mich erst einmal aufs Zimmer, anschließend schnell zum Abendessen und dann ab ins Bett, weil der nächste Tag zeitig begann: um 8.00 Uhr war schon wieder Abfahrt Richtung Myra.

    AccueilDoch bevor wir abfuhren, ließ ich es mir nicht nehmen, noch einige Aufnahmen vom  tollen Meerblick zu machen, den mein Zimmer mir bot, bzw. an den Strand zu gehen und das Meer zu fotografieren. Von meinem Zimmer aus hatte ich schon eine schöne Aussicht. Der Balkon war zwar klein, aber die Aussicht entlohnte dann vollständig. 

     

    Anschließend nutzte ich vor Abfahrt noch kurz die Zeit für ein Bild direkt am Strand: Es warAccueil mein erstes Stranderlebnis 2011, das musste festgehalten werden. Und so genoss ich die Atmosphäre und wusste von diesem Moment an: Das wird ein schöner Urlaub. 

    Wir hatten überhaupt mit dem Wetter Glück. Gemeldet war laut Wetterdienst auch Regen bzw. Bewölkung um maximal 19 Grad und bei unserer Ankunft in Antalya schüttete es auch aus allen Kübeln. Doch das war der einzige Regen. Danach hatten wir die ganze Woche strahlenden Sonnenschein bei wirklich heißen Temperaturen zwischen 23 und 30 Grad (für mich teilweise gefühlte 40 Grad).

     

    Montag, 21.03.2011:

     

    Fahrt nach Demre (ehemals Myra):

     Auch wenn der Dezember längst vorbei ist, ließen wir es uns nicht nehmen, dem Heiligen Nikolaus einen Besuch abzustatten in Demre, dem Ort seines lebenslangen Wirkens. Später wurde er ja auch Bischof von Myra. Demre ist der heutige Name des antiken Myra.

    AccueilDer echte Nikolaus, der - hier als Hinweis für alle Kinder - NICHT am Nordpol wohnt und KEINEN roten Mantel mit weißem Pelzkragen trägt und OHNE Rentiere reist und auch KEINEN Werbevertrag mit Coca Cola geschlossen hatte, war bekanntlich ein Freund der Kinder. Er tat Kindern armer Menschen viel Gutes, indem er sie heimlich beschenkte.

    Dieser brave Mann, der später Bischof von Myra wurde, lag zunächst in der Nikolaus-Kirche von Demre begraben, bevor seine Gebeine in alle Winde verstreut wurden. Unser Reiseleiter Ibrahim erzählte uns, wer angeblich alles die echten Reliquien des Heiligen Nikolaus' in seinen Besitz gebracht haben wollte, aber wer sie alles haben soll, habe ich schon wieder vergessen. Die italienische Insel Bari rühmt sich zumindest, die echten Gebeine des Heiligen Nikolaus zu besitzen.

    Die Nikolaus-Kirche war dann auch Bestandteil unseres AccueilBesichtigungsprogramms. Im Innenhof der Kirche machte ich dann sogleich Bekanntschaft mit einer der vielen freilebenden Katzen, die sich sofort an mich heranschmuste. Eine Mitreisende machte dann dieses Beweisfoto von mir, das mich beim "Fremdgehen" zeigt. Meinen Katzenmädchen darf ich das nie zeigen, sonst werden sie eifersüchtig.

    AccueilDie Nikolaus-Kirche hat mir besonders gut gefallen, weil sie eine besondere Stimmung verbreitete. Vom Hof aus in das Innere fiel ein wunderbares Licht, das ich in einem Bild einfangen konnte, weil ich Glück hatte, dass gerade zu diesem Moment niemand durch den Gang lief.

    In einem Seitengang findet man sehr viele Fresken, die aber nicht mehr so gut erhalten sind. Dort stehen auch Särge herum. Unser Reiseleiter erklärte uns, der Sarg des Heiligen Nikolaus stünde dort und habe einen beschädigten Deckel. Ich konnte auch einen Sarg fotografieren, dessen Deckel beschädigt war. Allerdings Accueilbin ich mir gar nicht mehr sicher, dass das der richtige Sarg war. Denn etwas weiter, in einem andere Raum, stand ebenfalls ein Sarg, allerdings hinter einer Glaswand, den mit Blitzlicht zu fotografieren verboten war. Überhaupt war das Fotografieren mit Blitz in der Nikolaus-Kirche  nicht gerne gesehen, schon alleine wegen der Fresken. Aber da mir Karin einmal gezeigt hatte, dass man den Blitz eigentlich gar nicht braucht, habe ich ihn auch nie benutzt.

    Ob nun der Sarg hinter Glas der eigentliche Nikolaus-Sarg ist, vermag ich nicht zu sagen, aber es wäre logisch, davon auszugehen. Das Foto davon ist leider nichts geworden.

    Bei den Ruinen von Kekova:

    AccueilNach der Mittagspause ging es mit dem Bus zum Hafen von Kekova. Von dort aus startete ein Teil unserer Gruppe, die noch ein fakultatives Zusatzausflugspaket gebucht hatten, mit dem gläsernen Boot zur versunkenen Stadt von Kekova. Ich habe da aber nicht mitgemacht.

    Ich zog es stattdessen vor, im Hafenbereich spazieren zu gehen und die Gegend zu erkunden. Ein Hinweisschild "Ruinen" machte mich neugierig und ich folgte dem Weg, der alsbald in Accueilunwegsames Gelände führte. So kletterte ich über Stock und Stein und gelangte zu den Ruinen von Kekova. 

    In Facebook habe ich die Gelegenheit zum 1. April genutzt und die Geschichte von der "byzantinischen Steinschiff-Flotte" zum Besten gegeben, die mir schon beim Betrachten dieser Funde in den Sinn kam. Natürlich handelt es sich hierbei um alte Särge - aus welcher Zeit, kann ich noch nicht einmal sagen. Aber die sehen so schiffsförmig aus, dass ich einfach darüber lachen musste. Und so kletterte ich im wahrsten Sinne des Wortes Accueilüber "Stock und Stein".  Aber die Mühen haben sich gelohnt, denn ich konnte einige schöne Aufnahmen von der Umgebung und vom Meer machen, die ich nicht hätte machen können, wenn ich am Hafen geblieben wäre und mir im Café einen Kaffee oder Tee gegönnt hätte.

    AccueilDiese Fotos möchte ich hier natürlich niemandem vorenthalten. Sie sind nichts Weltbewegendes, aber sie fangen meines Erachtens schöne Stimmungen ein, eben die, die von mir Besitz ergriffen hatten, als ich alleine da oben herumturnte.

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    Diese Fotos wollte ich jetzt absichtlich nicht kommentieren, denn manchmal sollte man auch schweigen können, so wie ich es mit Genuss da oben tat. 

    Nachdem die anderen von ihrem Ausflug zurück waren, ging die Fahrt nach Patara, einem kleinen Ort mit einem traumhaft schönen Strand (laut Aussage des Reiseleiters), den ich aber nicht sah. Dort übernachteten wir und freuten uns schon auf den neuen Tag.

    Fortsetzung folgt...

    Anmerkung: Im Text sind immer wieder Links verstreut. Einfach mal mit der Maus suchen....

     

    Weitere Reisetagebuchbeschreibungen müssen vorerst noch warten bis wieder Zeit ist. Im Moment bin ich als Texterin absolut gefragt und stecke nach wie vor bis über beide Ohren in Aufträgen drin und die nächsten Anfragen sind schon da.... 


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  • Commentaires

    1
    Ruinenbaumeister
    Samedi 2 Avril 2011 à 21:13

    Wunderschöne Fotos und Impressionen!

    2
    Sigrun Profil de Sigrun
    Dimanche 3 Avril 2011 à 15:47

    Danke, danke..... 

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